Nachruf Prof. Wilfried Grasemann

Das mgw trauert um seinen langjährigen Musikgeschichte-Lehrer OStR Mag. Wilfried Grasemann, der am Samstag, dem 14. März 2015 verstorben ist. So viele unserer Schüler haben seinen fachlich kompetenten und menschlich so wertvollen Unterricht bis heute in Erinnerung; Generationen von Musikgymnasiasten haben bei ihm maturiert. RIP


wilfried grasemannIn Memoriam OStR Prof. Mag. Wilfried Grasemann

Am 14. März 2015 verstarb unser lieber Kollege und vorbildhafter, von allen SchülerInnen sehr geschätzter Lehrer. Nicht nur sein profundes, breitgestreutes Wissen war ein Vorbild für sehr viele junge Leute und uns KollegInnen. Seine Verlässlichkeit, seine ruhige Art und Güte, aber auch Bestimmtheit im Einfordern von Leistungen brachten ihm von allen großen Respekt und Achtung ein.
Von Jugend an galt seine große Liebe der Musik. Neben seiner Tätigkeit als Musiklehrer war er auch u.a. mehr als 60 Jahre an der Franziskanerkirche in Maria Enzersdorf als Organist, Regens chori und Kantor tätig.
Seine ganze Fürsorge und Liebe galt seiner Frau und seinen Kindern. Er förderte seine Kinder bestmöglich, um ihnen ein Studium bzw. ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Sein Frau unterstützte er aufopfernd und selbstlos bei der Pflege seiner geliebten Tochter Barbara.

Ein erfülltes Leben ist zu Ende gegangen.

OStR Mag. Inge Török


Erinnerungen an OStR Prof. Mag. Wilfried Grasemann
von P. Mag. Thomas Lackner ofm

Gerne komme ich der Einladung von Prof. Lessky nach und versuche, die Erinnerungen an Prof. Mag. Wilfried Grasemann und seine Familie aus meiner Zeit als Pfarrer von Maria Enzersdorf zusammenzufassen.
Meine erste Begegnung mit „Friedl", wie er von seinen Freunden genannt wurde, war im August 1996, als ich als junger Franziskaner mit 28 Jahren Pfarrer von Maria Enzersdorf wurde. Sehr bald lernte ich Friedl als zutiefst gläubigen Menschen und als fürsorglichen Familienvater und liebevollen Ehemann kennen.
Auch sein besonderes Charisma als Musikprofessor blieb mir nicht verborgen. Wenn er vom Unterrichten und „seinen" Schülern sprach,
dann konnte ich förmlich seine Begeisterung und Leidenschaft als Lehrer heraushören, und wenn ich Schüler von ihm traf (oftmals bei Trauungen oder Taufen, bei denen diese Schüler für die musikalische Gestaltung zuständig waren), dann konnte ich eine gewisse „Verehrung für Prof. Grasemann" immer wieder heraushören.

Wer Friedl kannte, weiß aber, dass er selber diesbezüglich niemals darüber sprach.
Seine geliebte Tochter Bärbel starb 2008 in den Armen seiner Frau, während Friedl die Chorprobe für das Hochamt am 8. Dezember leitete.
Die Art und Weise, wie Prof. Grasemann und seine Frau mit dem Tod von Bärbl umgingen, war für mich auch ein einmaliges Beispiel für einen authentisch praktizierten Glauben.
Als bei Prof. Grasemann dann die ersten Zeichen des Alters und der Krankheit sichtbar und spürbar wurden, reagierte er mit einer bewundernswerten Geduld. Bis eine Woche vor seinem letzten Krankenhausaufenthalt quälte er sich die Stufen auf die Orgelempore hinauf. Wenn er dann an „seiner Orgel" saß und spielte, war von der Eingeschränktheit durch die Krankheit nichts mehr wahrnehmbar.

Meine Predigt anlässlich des Requiems in Maria Enzersdorf schloss ich mit einem persönlichen Wort: „Lieber Friedl! Wir danken Dir für Dein Leben, das Du pflichtbewusst, verantwortungs- und so liebevoll gestaltet hast. Wir danken Dir für Deinen Dienst in „Deiner Kirche" Maria Enzersdorf, für Dein Glaubenszeugnis und für Dein christliches Handeln."


Diese Texte erschienen ursprünglich in der Zeitung des Vereins der Freunde des Wiener Musikgymnasiums.