Festmatinee

mgw 50jahre



Musikgymnasium Wien
in der
WIENER STAATSOPER

Sonntag, 19. Oktober 2014, 12 Uhr

FESTMATINEE
„50 Jahre Wiener Musikgymnasium"


Richard WAGNER
Vorspiel zur Oper "Die Meistersinger von Nürnberg"

Wolfgang Amadeus MOZART
Sinfonia concertante in Es-Dur für Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, KV 297b

Ludwig van BEETHOVEN
Ode an die Freude
Vierter Satz der 9. Symphonie in d-Moll, op. 125


Cornelia Horak, Sopran    Martina Mikelic, Alt
Norbert Ernst, Tenor    Ain Anger, Bass

Chor des Musikgymnasiums Wien
Mitglieder des Wiener Staatsopernchores

Orchester des Musikgymnasiums Wien
Mitglieder der Wiener Philharmoniker

Dirigent:
Christian Thielemann



Musikgymnasium, philharmonisch
Festmatinee 50 Jahre Musikgymnasium Wien in der Wiener Staatsoper

Es muss der Traum eines jeden jungen Musikers sein: Ein Konzert in der ausverkauften Wiener Staatsoper, im Orchester Seite an Seite neben Mitgliedern der Wiener Philharmoniker und am Dirigentenpult steht Christian Thielemann, einer der renommiertesten Dirigenten weltweit. Dass dieser Traum für viele Schülerinnen und Schüler des Musikgymnasiums wahr wurde, ist der Partnerschaft unserer Schule mit den Wiener Philharmonikern zu verdanken (immerhin sind um die 30 Philharmoniker ehemalige „Musikgymnasiasten") – und dem unermüdlichen Einsatz vieler engagierter Menschen, die zum 50. Geburtstag des Musikgymnasium ein ganz besonderes Konzert möglich gemacht haben.

Als Eröffnungsstück in der Festmatinee am Sonntag, dem 19. Oktober 2014 erklang das fulminante Vorspiel zu Wagners „Meistersingern". Christoph Wagner-Trenkwitz führte in gewohnt launiger Weise souverän durch das Programm, Frau Direktor Schallamon begrüßte die zahlreich erschienenen Ehrengäste – darunter auch Frau BM Heinsch-Hosek sowie den amtierenden und den ehemaligen Operndirektor –, und auch Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl und Prof. Helmut Zehetner als Vertreter der Philharmoniker wandten sich mit kurzen Grußworten an das Publikum, in denen sie ihre Verbundenheit mit dem Musikgymnasium und ihre Wertschätzung für unsere Schule betonten.

Unter der Leitung des philharmonischen Konzertmeisters Rainer Honeck wurde mit einem kleineren Ensemble Mozarts „Sinfonia concertante in Es-Dur" KV 297b aufgeführt, als Solisten wirkten ausschließlich Musiker der Wiener Philharmoniker mit, die ehemalige Schüler des Musikgymnasiums waren: Clemens Horak (Oboe), Matthias Schorn (Klarinette), Wolfgang Lintner (Horn) sowie Benedikt Dinkhauser (Fagott).

Abschluss und Höhepunkt war aber die Aufführung des Vierten Satzes der 9. Symphonie in d-Moll op. 125 von Ludwig van Beethoven: das Finale mit der Vertonung von Schillers „Ode an die Freude". Zum großen Orchester kam nun ein Chor aus Schülerinnen und Schülern der Oberstufe des Musikgymnasiums, der von Mitgliedern des Staatsopernchores sowie anderen Absolventen und Freunden unserer Schule verstärkt wurde, sowie ein hervorragendes Solistenquartett: Cornelia Horak (Sopran), Martina Mikelic (Alt), Norbert Ernst (Tenor) und Ain Anger (Bass). Die Staatsoper war bis auf den letzten Platz ausverkauft, und das begeisterte Publikum bejubelte und akklamierte die Leistungen der Musiker und des Musikgymnasiums.

Es ist nicht möglich, alle diejenigen auch nur zu nennen, die sich um die erfolgreiche Organisation der Festmatinee verdient gemacht haben: Direktion, Sekretariat, Wolfgang Koblitz, der sich als unser „Verbindungsmann" zu den Philharmonikern um die Veranstaltung mit größtem Einsatz gekümmert hat, viele Kollegen, die ganz wesentliche Arbeiten übernommen haben. Alle Mitwirkenden – und darauf sei ganz besonders hingewiesen – haben unentgeltlich mitgemacht, einfach als „Geburtstagsgeschenk" an ihr Musikgymnasium, und das verdient Respekt und herzlichen Dank.

Ein ganz großer Wurf (und wieder Verdienst der Philharmoniker) war es jedenfalls, dass Maestro Christian Thielemann als Dirigent für die beiden Werke von Wagner und Beethoven gewonnen werden konnte: Der weltbekannte Dirigent probte – auch er ohne jedes Honorar! – drei Mal mit Orchester und Chor, und von der Arbeit mit ihm haben alle Beteiligten, Schüler und Profis, ungemein profitiert. Dass er sich darüber hinaus als sehr freundlicher und liebenswürdiger Mensch gezeigt hat, der im Umgang mit uns äußerst geduldig und liebevoll war, macht das ganze Erlebnis noch schöner. Was uns Musiker des Musikgymnasiums mit großem Stolz und großer Freude erfüllt hat, war die Zufriedenheit und die Begeisterung des Maestros mit der Vorbereitung und Einstudierung der Ensembles: Georg Kugi und Richard Böhm waren für das Orchester zuständig, Andreas Pixner und Elisabeth Lampl (mit Robert Rieder als Korrepitor) für den Chor. Dieses Lob aus berufenen Munde ist die bestmögliche Bestätigung für den Weg, den wir eingeschlagen haben!

50 Jahre Musikgymnasium Wien zu feiern – darauf konnte im Anschluss auch bei einem liebevoll gestalteten Empfang angestoßen werden – ist wahrlich ein großes Fest: Bei der Festmatinee stand die erfreuliche Beziehung zwischen Musikgymnasium und den Wiener Philharmonikern im Mittelpunkt. Stolz sind wir natürlich auf alle Absolventen unserer Schule, die ja in allen großen Orchestern, als Solisten, in Chören, im Bereich der Musikpädagogik, im gesamten Kulturbereich, aber auch erfolgreich in ganz anderen Berufsfeldern zu finden sind.

Viel Arbeit wurde rund um die Matinee geleistet, eine edle Festschrift wurde erstellt, viel Arbeit liegt nun auch vor uns: Auch das Musikfest 2015 am Mittwoch, dem 25. März 2015 im Großen Musikvereinssaal soll ein besonderes Fest werden, bei dem die Schule in ihrer ganzen Bandbreite präsentiert werden soll. Dazu möchten wir heute schon herzlich einladen.

Richard Böhm

(Beitrag erschienen in der Zeitung des Vereins der Freunde des Wiener Musikgymnasiums vom Herbst 2014)